Manfred von Ardenne – Der wendige Baron

In der DDR kannte jedes Kind seinen Namen. In der Ulbricht-Ära war Manfred von Ardenne der Vorzeigewissenschaftler des Regimes, hofiert, mit Preisen überhäuft und als Ratgeber des SED-Chefs wohlgelitten. Und auch wenn sich unter Ulbrichts Nachfolger das Verhältnis abkühlte, blieb Ardennes Sonderstellung unter der Ägide Honeckers unangetastet. Hoch über Dresden kündete Ardennes Villa auf dem Weißen Hirsch von der vermeintlichen Möglichkeit, einer genormten und reglementierten Gesellschaft zu trotzen. Kaum verwunderlich, dass sich um die anachronistische Figur des „roten Barons“ bis heute eine geheimnisvolle Aura rankt. Spekuliert wurde über den Wert seiner wissenschaftlichen Arbeit ebenso wie über das Maß der Privilegien, die ihm die Mächtigen gewährten.

Egal ob Weimarer Republik, Drittes Reich, DDR oder schließlich das wiedervereinigte Deutschland – Manfred von Ardenne gelang es stets, die Unterstützung der Herrschenden zu gewinnen, um seine breit gefächerte Forschungsarbeit zu einem profitablen Geschäft zu machen.

Zu Recht sah sich Ardenne als einen der letzten Universalgelehrten. Doch so groß seine Meriten als Forscher auch sind, es bleibt die Frage, welchen Preis der Baron für die Erfüllung seiner Forscherträume zu zahlen bereit war.

Unser Film soll darauf eine Antwort finden, in dem wir den Lebensweg des Genies vom Weißen Hirsch in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und an seinen wichtigsten Stationen zu zeigen.

Bildergalerie

Autor/Regie: André Meier

Länge: 45 min.

Sendetermin: 10. Oktober 2010, MDR-Fernsehen, 20.15 Uhr

Fotos: MDR/Andreas Lander