Mathilde von Quedlinburg - Vom Mädchen zur Machtfrau

Foto: Saxonia Entertainment GmbH/ Andreas Lander

Sie ist die Enkelin des ersten deutschen Königs Heinrich I., die Tochter Otto des Großen und die erste Äbtissin Quedlinburgs. „Herrin Europas“ nennt der Chronist Widukind von Corvey die damals 13jährige. Andere Chronisten loben, dass sie nicht mit weiblichen Leichtsinn regiere. Wer war diese Frau? Welchen Konflikten war Mathilde ausgesetzt? Wie hat sie gelebt? Und was hat sie etwas erschaffen, was über ihre Zeit hinaus Bestand hat? Der Film erzählt einen kleinen Teil der Lebensgeschichte von Mathilde, der aber einen tiefen Einblick in den Alltag vor tausend Jahren ermöglicht.

Der roter Faden des Films ist der sogenannte  „Brautraub von Quedlinburg“. Dahinter verbirgt sich eine Geschichte um Eheversprechen, Wortbrüche und verletzte Familienehre: Werner, der junge Sohn des Markgraf der Nordmark, ist seit Jahren mit Liudgard verlobt, der Tochter des Markgrafen von Meißen. Als der Brautvater die Verlobung ohne Erklärung auflöst, nimmt sich Werner das, was ihm seiner Meinung nach zusteht: er überfällt das Damenstift in Quedlinburg, wo Liudgard untergebracht ist und entführt seine Braut.

Mathilde ist von dieser Entführung gleich zweifach betroffen: sie ist nicht nur als Äbtissin die Leiterin des Stiftes in Quedlinburg, sondern zu der Zeit des Raubes zudem Stellvertreterin des regierenden Königs, ihres Neffen Otto III. Wie geht Mathilde mit diesem Brautraub um? Lässt sie Werner den Überfall mit dem Leben bezahlen? Oder welche anderen Möglichkeiten hat Mathilde um den Konflikt zu lösen?

Der Film begleitet Mathilde in dieser konfliktreichen Situation. Durch ihr Handeln als Stellvertreterin des Königs erfährt der Zuschauer überraschende Spielregeln mittelalterlicher Politik. So wie die Regel: „Wer weint, meint es ernst“. Aber es zeigt sich auch, dass das angeblich dunkle und gewaltverherrlichende Mittelalter manchmal recht modern daher kommt..  

Durch Rücksprünge in die Jugend Mathildes taucht der Zuschauer tief ein in den Alltag eines Stifts. Schon mit 11 Jahren hat Mathilde die Leitung der religiösen Frauengemeinschaft übernehmen müssen – einer Art Elite-Internats des 10. Jahrhunderts. Ein Alltag voller Gehorsam und Disziplin, Keuschheut und Gelehrsamkeit, Gebete und Jungmädchenträume. 

Bildergalerie

Autor/Regie: Gabriele Rose

Kamera: Torbjörn Karvang, Patrick Popow

Produktionsleiter: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Anne-Kathrin Gummich als Mathilde (ältere)
Emelie Kundrun als Mathilde (jüngere)
Frank Rebel als Liuthar von Walbeck
Gregor Faubel als Werner von Walbeck


Sendetermin: So, 18.08.13, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Fotos: Andreas Lander