Sachsen am Abgrund - Friedrich August I und Napoleon

Foto: MDR/ Saxonia Entertainment GmbH/ Andreas Lander

Als erbitterter Gegner Napoleons trat Kurfürst Friedrich August I. an der Seite Preußens am 14. Oktober 1806 bei Jena und Auerstedt gegen den Emporkömmling Napoleon an und ging schmählich unter. Bereits fünf Tage später schickt er seinen ersten unterwürfigen Brief an Napoleon.

Mit Erfolg: Zwei Monate später macht der Kaiser der Franzosen den Kurfürsten zum König von Sachsen. In den folgenden Jahren schickte Friedrich August I. seine Soldaten  immer dorthin, wo Napoleon sie brauchte. Im Gegenzug durfte er sein Reich mit ehemals preußischen und österreichischen Besitzungen vergrößern. Ein Win-Win-Geschäft, das so lange gut lief, wie Napoleon siegte. Doch als dessen „Große Armee“ mitsamt ihren sächsischen Hilfstruppen vernichtend geschlagen aus Russland heimwärts taumelte, bekam auch Friedrich August kalte Füße und  versuchte  erneut,  die Seite zu wechseln. Vor den nun gemeinsam gegen die Franzosen ziehenden Preußen und Russen wich er – unter Zurücklassung seines Königreichs - bis nach Regensburg aus. Dort schloss er am 20. April 1813 einen geheimen Bündnisvertrag  mit dem Preußen- und Russland-Partner Österreich. Pech nur, dass  Napoleon bereits keine zwei Wochen später Friedrich Augusts neue Freunde bei Großgörschen schlug und den Sachsen bat, nach Hause zurückzukehren. Er müsse nun keine Angst mehr haben, die Franzosen hätten den Feind vertrieben. Friedrich August gehorchte und schwor Napoleon erneut die Treue. Diesmal hielt er sein Versprechen. Zum Leidwesen der Sachsen, denn ihr Land wurde nun zum Hauptkriegsschauplatz.

Am Ende saß der König in Leipzig fest und musste im Keller seiner Residenz hilflos miterleben, wie  Preußen, Russen und Österreicher über Napoleon in der Völkerschlacht triumphierten.

Vergeblich versuchte er nach dem Abzug Napoleons, noch einmal das Lager zu wechseln. Russen und Franzosen lehnten einen Beitritt Sachsens zur antinapoleonischen Allianz dankend ab und nahmen den Wendehals aus Dresden erst einmal in Haft. So saß Friedrich August I. in Berlin Friedrichsfelde fest, während sein Reich auf dem Wiener Kongress  unter den Napoleon-Bezwingern aufgeteilt wurde.

Bildergalerie

Autor/Regie: André Meier

Regie Spielszenen: Pepe Pippig

Kamera: Torbjörn Karvang, André Böhm, André Götzmann

Produktionsleiter: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Winfried Glatzeder als Friedrich August I
Jörg Pintsch als Ferdinand v. Funck
Ulrich Simontowitz als Napoleon
Daniela Hoffmann als Amalie
Vera Kasimir als Marie Auguste

Sendetermin: So, 01.09.13, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Fotos: Andreas Lander