Canaletto - Der Maler hinter dem Dresden-Mythos

Foto: Saxonia Entertainment GmbH / Andreas Lander

Dresden. Eine strahlende Metropole. Glanz und Pracht des Barocks. Verantwortlich für dieses noch heute gefeierte Bild ist ein Venezianer – der Maler Bernardo Bellotto genannt Canaletto. Wie kein anderer Maler ist Canaletto mit Dresden verbunden. Vor allem seit der Zerstörung Dresdens durch den 2. Weltkrieg sind seine Gemälde zu emotionalen Ikonen geworden: sie erinnern an die prunkvolle Epoche Dresdens unter August dem Starken und seinem Sohn August III. Der Film aus der MDR-Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“ schaut hinter den Mythos „Canaletto“: wie viel Wahrheit steckt in diesen Stadtansichten? Wie viel Politik? Und vor allem wer war dieser Maler, der das Bild von Dresden festlegte wie kein anderer? Denn die Person Canalettos ist heute beinahe hinter seinen Bildern verblasst.

Kurz vor Weihnachten des Jahres 1766: Canaletto ist nicht mehr der reiche, gefeierte Hofmaler – im Gegenteil: der Italiener ist verschuldet, arbeitet nur als Lehrer für Perspektive an der Akademie der Künste und will Dresden verlassen. Sein Ziel: Petersburg, der Hof der Zarin Katharina der Großen. Dort hofft er, für einige Monate gutbezahlte Aufträge zu erhalten. Ein Mann steht seinem Plan entgegen: Christian Ludwig von Hagedorn. Er ist der Direktor der neugegründeten Dresdner Akademie der Künste, Vorgesetzter Canalettos und sein größter Kritiker. Zudem hat von Hagedorn jeglichen Urlaub für Akademiemitglieder untersagt und ist nicht gewillt, für den Italiener Ausnahmen zu machen. Wessen Wort zählt am Hof in Dresden? Wer kann sich durchsetzen? Und was ist passiert, das Canaletto, der berühmte Maler, in Dresden zu einem Bittsteller geworden ist? Die Konfrontation zwischen Canaletto und von Hagedorn ist der rote Faden des Films – an dessen Ende Canalettos Leben sich für immer verändert.

In Rückblicken erzählt der Film Wendepunkte im Leben Canalettos: wie Canaletto 1747 mit 25 Jahren nach Dresden zieht und Hofmaler August III. wird. Wie der siebenjährige Krieg 1756 abrupt die erfolgsverwöhnte Zeit des Malers beendet und wie der Tod seiner zwei Gönner 1763 – August III. und dessen Premierminister Graf von Brühl – den Aufstieg von Hagedorn fördert. Die Auseinandersetzung zwischen von Hagedorn und Canaletto ermöglicht tiefe Einblicke in das Leben in Dresden im 18. Jahrhundert - vor allem in die Wohn- und Lebenskultur in der Stadt vor dem siebenjährigen Krieg. Welche Getränke waren zu der Zeit Luxus? Nach welcher Mode kleidete man sich? Und wie lebten die Dienstboten? Zudem macht der  Film deutlich, wie Dresden unter August III. tatsächlich aussah, wie viel Wirklichkeit Canaletto in seinen Gemälden wegließ und vor allen warum. 

Bildergalerie

Autor/Regie: Gabriele Rose

Kamera: Jürgen Rehberg

Producer: Katrin Thomas

Produktionsleiter: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Alessandro Calabrese als Canaletto
Patrick Diemling als Lorenzo
Tobias Kaufhold als Hagedorn

Sendetermin: 03.08.2014, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Fotos: Andreas Lander