Gustav Adolf II. – Der Kampf um Magdeburg

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"Der Löwe aus Mitternacht" - kaum ein König wurde in der deutschen Geschichte so gefeiert, wie ausgerechnet der Schwedenkönig. Der Film beleuchtet die letzten beiden Jahre vor seinem Tod in der Schlacht bei Lützen. Als er 1630 deutschen Boden betritt scheint  Frieden möglich, nach 11 Jahren des Kämpfens im 30jährigen Krieg. Mit Gustav Adolfs Erscheinen tritt der Krieg aber in eine neue Phase: Diese wird den Krieg auch nach Sachsen bringen, das bisher verschont war. Nach seiner Ankunft beginnt das Ringen um den neutralen sächsischen Landesfürsten – beide Kriegsparteien wollen ihn auf ihrer Seite haben. Gerufen haben den König der Schweden allerdings nur wenige, die Mehrheit der protestantischen Fürsten hat kein Interesse an seinem Eingreifen. Und so muss Gustav Adolf erst einmal um Bündnispartner kämpfen. Dabei spielt ihm ein Ereignis in die Hände, das überall für einen Aufschrei der Empörung sorgen wird: das Massaker von Magdeburg. Gustav Adolf II kann es nicht verhindern, obwohl er der belagerten Stadt seine Hilfe versprochen hat. Als blutigstes Gemetzel während dieses Krieges geht es in die Geschichte ein.  Der schwedische König schlachtet es propagandistisch aus und hat am Ende den Verbündeten, den er so dringend braucht: den Kurfürsten Johann Georg von Sachsen. Dabei ist dieser Verbündeter wider Willen. Sein Bestreben gilt vor allem der Unversehrtheit Sachsens, das er lange aus dem Krieg heraushalten kann. Mit dem Auftauchen des Schwedenkönigs muss er ohnmächtig mitansehen, wie er in das Schlachten hineingezogen wird, ohne dass er es verhindern kann. Erst das Massaker von Magdeburg zwingt den sächsischen Kurfürsten, seine Neutralität aufzugeben und sich zu einer Seite zu bekennen. Mit Johann Georg kämpft Gustav Adolf in der Schlacht bei Breitenfeld  - ein Triumph! Gustav Adolf ist auf dem Höhepunkt seiner Macht, der Weg ist frei: bis nach Wien könnte er marschieren und dem Kaiser seinen Frieden aufzwingen. Doch er lässt die Gelegenheit verstreichen, plündernd und marodierend verwüstet er Bayern, bis der Kaiser seinen berüchtigten Feldherrn Wallenstein zurückholt. Es kommt zum High-Noon zwischen den beiden in der Schlacht von Lützen.

Der Film zeigt nicht nur die Seite der Könige, Feldherren und Fürsten, sondern auch  die Seite der kleinen Leute, jemand "von unten". Peter Hagendorf aus Zerbst ist ein Söldner unter Hunderttausenden in diesem Krieg. Ein Opfer und Täter zugleich. Einer, der als Pappenheimer bei der Belagerung Magdeburgs dabei ist und bei Breitenfeld zu den wenigen Davongekommenen auf kaiserlicher Seite gehört. Einer, der acht von zehn Kindern in diesem Krieg verlieren wird und seine erste Frau. Aber einer, der lesen und schreiben kann – ein Umstand, der sicher zum Überleben beigetragen hat. Mit Peter Hagendorf nähert sich der Film der anderen Seite des Krieges, mit ihm erfährt der Zuschauer etwas über das Alltagsleben eines Söldners. Dabei hilft auch ein sensationeller Fund, den Archäologen vor einiger Zeit gemacht haben. Ein Massengrab aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, gefunden auf dem Schlachtfeld von Lützen. Im Landesmuseum in Halle bringen  Anthropologen die Toten von Lützen zum Sprechen. Die gefundenen Skelette geben Auskunft über Ernährung, Krankheiten und Verletzungen, sie berichten aber auch von der Realität des blutigen Gemetzels auf den Schlachtfeldern.

Bildergalerie

Buch/Regie: Judith Voelker

Regie Spielszenen: Pepe Pippig

Kamera: Jürgen Rehberg / Marc Riemer

Producer: Katrin Thomas

Produktionsleiter: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Ralf David als Gustav Adolf v. Schweden
Beat Marti als Peter Hagendorf
Andreas Erfurth als Johann Georg v. Sachsen
Andreas Stadler als Oberst von Falkenberg
Ulrich Blöcher als Wachoffizier
Katja Weiland als Frau Hagendorf

Sendetermin: 24.08.2014, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Fotos: Andreas Lander