Emmy Göring - Die First Lady der Nazis

Foto: Andreas Lander

Sie lebt auf dem Landsitz Carinhall umgeben von Pomp, Prunk und Protz. Während Millionen Menschen sterben, führt sie ein fürstliches Leben inmitten millionenschwerer Beutekunst: Gemälde, Teppiche und Skulpturen. Die Rede ist von Emmy Göring, der Gattin des zweiten Mannes im Nazistaat - Hermann Göring.

Geschichte Mitteldeutschlands begibt sich auf Spurensuche in Weimar, wo Emmy Göring über zehn Jahre am Nationaltheater auftrat und 1932 den aufstrebenden Politiker kennen lernte. Protegiert von ihrem Freund Göring stieg die Schauspielerin Emmy Sonnemann in Berlin zur UFA-Filmschauspielerin auf und heiratete 1935 Hitlers Stellvertreter. Wer war die Frau, die auf der Bühne das Fach der Naiven spielte und im echten Leben zur First Lady des Dritten Reiches aufstieg?

Über das Privatleben der Görings, abseits der Politik, ist bis heute kaum etwas bekannt, denn ihr Privatbesitz wurde am Kriegsende vollkommen zerstört. Dokumente aus der Nachkriegszeit erlauben nun Einblick in die private Welt von Hermann und Emmy Göring: Die Verhörprotokolle der Alliierten, die Autobiographie und die Artikelserie in der Revue „Emmy Göring – geborene Sonnemann“.

Der Psychologe Andreas Steiner entschlüsselt in der GMD – Dokumentation mit Hilfe von Originalzitaten, Emmy Görings Gedanken und Weltsicht. Die Schauspielerin Kirsten Block verkörpert im Film Emmy Göring und entlarvt mit ihrem Spiel ihren Charakter. Emmy Göring steht ihrem Mann noch Jahrzehnte nach dessen Selbstmord 1946 in Nürnberg treu zur Seite und flüchtet sich bis zu ihrem Tod 1973 in Selbstgerechtigkeit: „Ich habe immer gedacht, dass Liebe eine Gnade sei. Ich habe nicht gewusst, dass man dafür bestraft werden kann.“

Bildergalerie

Buch/Regie: Annette Baumeister

Regie Spielszenen: Peter Pippig

Kamera: Torbjörn Karvang / Johannes Straub

Producer: Katrin Thomas

Produktionsleiter: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung: 
Kirsten Block als Emmy Göring
Jonas Hien als Reporter

Sendetermin: 16.08.2015, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Fotos: Andreas Lander