Boris Nemzow

Am 27. Februar 2015, gegen 23:30 Uhr, wird auf der Moskwabrücke direkt vor den Mauern des Kremls Boris Nemzow erschossen, der bekannteste russische Oppositionspolitiker.

Wer war Boris Nemzow und warum musste er sterben? Der Dokumentarfilm von Milana Minajewa, Ljubow Kamyrina und Stephan Kühnrich sucht mit einer Fülle von Archivaufnahmen und den Erinnerungen zahlreicher Wegbegleiter Nemzows darauf eine Antwort. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Biografie und ein Blick hinter die Kulissen der russischen Politik.

Boris Nemzow wird schon früh politisch aktiv: nach der Katastrophe von Tschernobyl protestiert der junge Physiker gegen ein neues Atomkraftwerk in seiner Heimatstadt Gorki, dem heutigen Nischni Nowgorod und beweist hier zum ersten Mal sein politisches Talent. Kurz darauf wird er Gouverneur der Industrieregion.

1997 holt Präsident Jelzin den Reformer Nemzow als Vizepremier nach Moskau, wo er sich schnell einen Namen im Kampf gegen die wilde Privatisierung der 90er Jahre macht. In der Wirtschaftskrise tritt Nemzow zurück. 

Seit Putins Machtantritt engagiert sich Boris Nemzow für die Opposition in Russland, gegen die von Geheimdienst und Militär beeinflusste Politik. „Russland ohne Putin“ ist einer seiner Slogans während der Proteste gegen Wahlfälschungen 2011 und 2012. Und als sich die Stadt Sotschi auf die Olympischen Winterspiele 2014 vorbereitet, gehört Nemzow zu den schärfsten Kritikern.

Noch am Tage seines Todes wendet sich Boris Nemzow im einzigen halbwegs freien Radiosender „Echo Moskwy“ gegen die widerrechtliche Annektion der Krim.

Zu Wegbegleitern Nemzows, die uns einen Einblick in das Leben des wichtigsten russischen Oppositionspolitikers geben, zählen der Unternehmer Michail Chodorkowski, der Dissident Wladimir Bukowski, der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow und der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny. 

 

Buch und Regie:
Michail Fishman
Milana Minajewa
Ljubow Kamyrina
Maria Visitey

Ko-Regie deutsche Fassung:
Stephan Kühnrich

Kamera:
Michail Antonienko
Witaly Minaew
Andrej Pitinow
Matthias Bähr
Robert Dinges
Dieter Stürmer

Produktionsleitung:
Dmitri Naumow
Olesja Sijunowa
Sascha Beier

Produzenten:
Jewgenij Gindilis
Simone Baumann

Redaktion ZDF/ ARTE:
Susanne Mertens
Martin Pieper

Eine Produktion von
Saxonia Entertainment GmbH
Tvindie Filmproduktion

in Co-Produktion mit dem
ZDF

in Zusammenarbeit mit
ARTE

Sendetermine: ARTE, 23.02.2016, 21.55 Uhr