IM VEREIN - 25 Jahre nach dem Mauerfall

Mauerfall.  2014, ist er 25 Jahre her. Vieles wurde seit 1989 in der ehemaligen DDR anders. Besonders heftig ist das Chaos der Wende in die teilweise sehr private Welt der Vereine und Verbände herein gebrochen. Nichts durfte mehr bleiben wie es war. Die Dokumentation IM VEREIN  porträtiert diesen ganz eigenen Kosmos, der für viele Menschen lebensprägend war und ist. Im Verein funktioniert ein selbstbestimmtes Leben neben Arbeit und Familie. Hier ist man Teil einer gemeinsamen Idee, einer Vision, eines Ziels. Die Gemeinschaft trägt und fördert. Im Verein fühlt man sich aufgehoben, geborgen und anerkannt. Für den Verein wird vieles hintangestellt.

„Der Verein, das geht durch den ganzen Menschen durch!“

Freie Vereine waren in der DDR eigentlich gar nicht zugelassen. Gegen viele Widerstände wurde dennoch Mitte der fünfziger Jahre der VKSK, Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, gegründet, die größte Vereinsorganisation in der DDR.

Zehn Jahre vor dem Mauerfall waren hier schließlich weit über zwei Millionen Menschen organisiert. Den Kleingärtnern waren u.a. die Bienenzüchter angeschlossen.   

Daneben sind unzählige Kultur- und Sportgruppen entstanden. Angegliedert an Betriebe. Vereine/Verbände/Gruppen waren zu Zeiten der DDR überlebenswichtige Institutionen. Anders als im Westen. Freiwillige Gemeinschaften, abseits von Planerfüllung und Arbeitskollektiv, mit klarem Ziel und riesigem Engagement schufen nicht nur privaten Zusammenhalt, sondern teilweise auch eine eigene, gut funktionierende Parallelwirtschaft im Land.

Hier gab es das, was es sonst nirgends gab. Einerseits. Andererseits hatte man mit ständigem Mangel zu kämpfen. Ungenügende Räumlichkeiten, zu wenig Material, falsche Futtermittel. Mit Phantasie, Energie und einem guten Anteil Subversion kam man aber über die Runden.

So entstand Raum für ganz Eigenes. Und die äußeren Unwägbarkeiten stärkten den inneren Zusammenhalt. Vereine waren Inseln innerhalb der Welt von ZK und Politbüro. Diese individuell gestalteten Lebensräume waren oftmals gefährdet. Denn natürlich stand man unter Beobachtung. „War man zu renitent, sind ganze Ortsverbände zerschlagen worden!“

Mit der Wende brach das gesamte System der Verbände und der Betriebsgruppen beinahe komplett zusammen. Was durfte bleiben? Konnte man noch stolz sein auf die eigenen Arbeiten im und für den Verein? Vielerorts war man ratlos. Die alten Hierarchien konnten und sollten nicht mehr gelten. Vermeintlich sichere Strukturen existierten ganz plötzlich nicht mehr.

Aber wie konnte und sollte es weitergehen? Einige Verbände haben sich schnell umgestellt. Andere sind mit der Neuorganisation nicht gut zu Recht gekommen. Da hat es teilweise Jahre gedauert. Oft haben sie sich gleich vielfach geteilt. Viele Vereine verschwanden. Neue Vereine entstanden …

IM VEREIN porträtiert Imker, eine Faschingsgesellschaft und Brieftauben-züchter. Vor allem ihre Vorsitzenden. Die Neuen, die Abgewählten und die Traditionsreichen. Es geht um Engagement, um Zusammenhalt und Ordnung! Heute geht es auch ums Durchhalten.

Eine ganz besondere Geschichte eines ganz eigenen deutschen Jubiläums.

Buch/ Regie: Christian Rost

Endredaktion: Harald Spiegel

Kamera: Waldemar Hauschild

Schnitt: Claus Strigel

Produktionsleitung: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Redaktion: Dr. Katja Wildermuth, MDR / Barbara Denz, NDR