Putins Spiele

Was passiert hinter den Kulissen, wenn sich Russland den olympischen Traum Vladimir Putins erfüllen will? Wie korrupt ging und geht es bei der Vorbereitung auf die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 zu, in einem Ort, dessen subtropisches Klima eine Wintersport-Veranstaltung als absurd erscheinen lässt. Wer gewinnt und wer verliert, noch bevor der erste Wettkampf begonnen hat?

Wie kam es, dass Sotschi trotz schlechter Bewertung der Olympiabewerbung die Spiele zugesprochen bekam? Wie bringen die russischen Veranstalter nun das Kunststück fertig, einen traditionellen Sommerfrische-Ort in ein Wintersportparadies zu verwandeln? Was geschieht hinter den von Spezialkräften strengstens bewachten Zäunen der russischen Olympia-Baustelle? Die Antworten auf diese drängenden Fragen geben Profiteure des Baubooms aus dem In- und Ausland, Insider der Baubranche, die das Kickback-System, also das System der verdeckten Provision, kennen, Vertreter der Behörden und des Staates, geschädigte Bürger, die ihre Häuser und Grundstücke verloren haben und folglich zwangsumgesiedelt wurden, und nicht zuletzt Umweltaktivisten.

Die Machtelite Russlands setzt um jeden Preis ein Projekt durch, das dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Die Realisierung der absurdesten Olympischen Spiele der Geschichte beruht auf der systemimmanenten Korruption in Russland, in der sich eine kleine politische Elite auf Kosten des Staatshaushalts und der einfachen Leute bereichert.

Der renommierte Dokumentarfilmer Alexander Gentelev arbeitet in "Putins Spiele" neben dem Tragischen ganz bewusst das Absurde heraus. Er zeigt Sotschi 2014 als Farce, in der ein allmächtiger Herrscher sich langweilt und die Puppen tanzen lässt.

 

 

Regie: Alexander Gentelev

Produzentin: Simone Baumann

Redaktion: Dr. Katja Wildermuth (MDR)

Arte/MDR/ORF/Saxonia Entertainment GmbH/Satel Film GmbH/Sasha Klein Productions

Koproduzenten: Sasha Klein, Heinrich Ambrosch

Kamera: Jerzy Palacz

Schnitt: Christof Halasz

 

Deutscher Fernsehpreis 2014 in der Kategorie "Beste Dokumentation"