Buchenwald - Zwischen Heldenmythos und Lagerwirklichkeit

In großer Eile wird im Sommer 1937 auf dem bei Weimar gelegenen Ettersberg mit dem Aufbau eines neuen Konzentrationslagers begonnen. Auf einer Fläche von fast 200 Hektar entsteht das KZ Buchenwald. Es soll nach dem Willen der SS eines der modernsten und größten Konzentrationslager des Dritten Reichs werden.

Bis zu seiner Befreiung im April 1945 interniert man hier 250.000 Häftlinge. 56.000 von ihnen finden in unmittelbarer Nachbarschaft der Klassikerstadt Weimar den Tod.

Neben dem Vernichtungslager Auschwitz ist das KZ Buchenwald einer der wichtigsten Erinnerungsorte für die Verbrechen der NS-Zeit.

Doch was geschah tatsächlich auf dem Ettersberg? Welchen Handlungsspielraum hatte die SS-Lagerführung im Umgang mit den Häftlingen? Wer  befahl Folter und Mord, wer vollstreckte die Strafen? Welche Motivation hatten die Täter?

Und was war mit den Opfern? Sie bildeten keine homogene Leidensgemeinschaft, sondern kämpften in einzelnen Gruppen und oft mit brutalsten Methoden ums eigene Überleben.

Buchenwald hatte keinen Platz für Helden. Dem Tod trotzen konnte nur, wer unter dem Schutz einer starken Gemeinschaft stand. So wie die deutschen Kommunisten. Nach einem erbittert geführten „Häftlingskrieg“ gelang es ihnen, 1943 die wichtigsten Posten der inneren Lagerverwaltung zu besetzen. So wurden sie zu einem der erfolgreichsten „Überlebenskollektive“ des Lagers.

Mit Hilfe von bislang kaum bekannten Dokumenten blickt der Film in die lange verdeckten Grauzonen der Lagergeschichte, zeigt, wie schwer es war, unter den Peitschenhieben der SS Würde und Empathie zu bewahren.

Bildergalerie

Buch/ Regie: André Meier

Kamera: André Böhm, Carsten Waldbauer

Recherche: Karsten Schünemann, Gregor Müller

Produktionsleitung: Sascha Beier 

Produzentin: Simone Baumann

Redaktion: Dr. Katja Wildermuth, MDR

Sendetermin: 01.04.2015, 22.00 Uhr, Das Erste