Seen auf dem Dach der Welt

Sie sind atemberaubende Schönheiten in schwindelerregenden Höhen, eingebettet in raue, karge Landschaften und umgeben von einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt.  Sie sind stille Botschafter längst vergangener Kulturen und bis heute prägen ihre Mythen und Legenden den Kulturkreis ihrer Bewohner – Asiens Bergseen. Diese in HD-Hochglanz produzierte 5teilige Dokumentationsreihe besucht Asiens glasklare und tiefblaue Seen. Jeder Bergsee, ob in Kirgisien, Tadschikistan, Ostkasachstan, Tibet und der Mongolei, erzählt dabei seine eigene Geschichte, die das Leben der Bewohner vor Ort bis heute prägt.

1. Der heilige See der Tibeter

3260 Meter über dem Meerenspiegel, umgeben von Bergen, liegt der größte Salzsee der Welt und Chinas größter Binnensee: der Co Nongbo (chinesisch: Qinghai). Er ist vor 40 Millionen Jahren entstanden, als die indische und die eurasische Platte aufeinander stießen und den Himalaja auffalteten. Seine Umgebung ist fruchtbar und seine Lage einzigartig, denn der Qinghai liegt an einer der wichtigstens asiatischen Vogelrouten, so dass hier die seltensten Arten zu beobachten sind. Auch spirituell hat der Co Nongbo, wie ihn die Tibeter nennen, eine für den tibetischen Buddhismus wichtige Bedeutung - die Insel mitten im See ist ein buddhistisches Heiligtum.

2. Die Perle Ostkasachstan

Er ist der größte und malerischste Gebirgssee Ostkasachstans. Etwa 100 Flüsse und Bäche münden in den Marakol, aber sie finden auch wieder heraus, denn als einer der wenigen Seen der Welt, ist dieser Bergsee kein Endsee. Auch deshalb ist der Marakol die Kinderstube für viele Fischarten und begeistert mit seinem Fischreichtum Angler aus aller Welt.  Naturschutzgebiete grenzen an diese Perle Ostkasachstans, die ebenso spektakulär sind, wie der See selbst: prachtvolle Taigawälder, klare Bergflüsse und –quellen – ein Naturparadies für zahlreiche Tiere.

3. Das Auge Gottes

Von -40 Grad bis +40 Grad ist am Uvs Noor in der Mongolei alles möglich. Kein Ort der Welt hat spannenderes Wetter als dieser Bergsee. Nirgendwo sonst gibt es extremere Klimaschwankungen als hier, in der Mitte der asiatischen Landmasse. Fährt man einmal um den See erlebt man jedes Ökosystem Zentralasiens: einzigartige Feuchtgebiete, Wüsten, diverse Steppenformationen, Flüsse, Süßwasserseen, ewige Schneefelder: einzigartige Landschaften die diese Dokumentation genauso prägen, wie die starken Bilder des unwirklich tiefblauen Sees, der bei den Mongolen eine ganz besondere Bedeutung hat.

4. Das  Meer der Kirgisen

Der Issyk Kul ist ein Bergsee voller Mythen und Legenden – schon Tschingis Aitmoativ wusste darum und verbrachte regelmäßig seine Sommer an diesem See, der nach dem Titicacasee der zweitgrößte Bergsee der Welt ist. Zahlreiche 5000m hohe Gipfel umgeben den 200km langen Issyk Kul und betten den Bergsee in ein phantastisches Panorama ein. In den letzten 3 Jahren wurden hier Reste einer über 2500 Jahre alten Stadt gefunden: Jahrtausende altes Geld und ein Bronzekessel, der den Forschern bis heute ein Rätsel aufgibt machen diesen Fund nicht nur spektakulär, sondern auch sensationell. Dieser Dokumentation zeigt ein Stück der alten Seidenstraße, reist auf halsbrecherischen Pfaden zu den Bergdörfern der Gegen und trifft die Menschen, die am und vom Issyk Kul leben.

5. Der Kratersee in Tadschikistan

Seit 5 Millionen Jahre gibt der Karakul in Tadschikstan  sein Geheimnis nicht Preis, denn genau so lange ist der gewaltige Meteoriteneinschlag her, der diesen Bergsee hat entstehen lassen. Überreste des Meteoriten haben die Forscher aber bis heute ebenso wenig gefunden, wie eine Erklärung für die Eisschicht auf dem Boden des Karakuls. Er liegt in 3900 Metern Höhe, ist umgeben von Bergen, die fast so hoch sind wie der Mount Everest und er leuchtet so dunkel, dass man ihn nicht umsonst den „schwarzen See“ nennt. Dieser Film versucht den Geheimnissen des Sees auf die Spur zu kommen und begibt sich mit Geologen auf eine Expedition rund um den See. Erstmals werden für das Fernsehen die schneebedeckten Berge, die bizarren Wasserfälle, die unwirklich schönen Landschaften rund um den Karakul bei ewig dunkelblauem Himmel in hochauflösenden Bildern festgehalten.

Bildergalerie

5teilige Co-Produktion von ARTE, MDR und Saxonia Entertainment

Autor/Regie: Stephan Kühnrich

Co-Regie: Katja Herr

Kamera: Anatoli Rudakow, Zbigniew Mazur, Thomas Lütz, Anton Koposov, Franz Koch

Schnitt: Daniel König

Produktionsleitung: Sascha Beier

Produzentin: Simone Baumann

Sendetermine (ARTE): 05.-09.03.2012 jeweils 19.30 Uhr, Wiederholung ab 19.3.-23.3.2012 jeweils 13.30 Uhr