Advent in den Höfen

Jedes Jahr aufs Neue wird Quedlinburg am Jahresende zu einer Weihnachtsstadt. Über 20 historische Fachwerkhäuser öffnen dann ihre Tore und geben den Besuchern einen Einblick in ihre mittelalterlichen Höfe. An drei Wochenenden in der Vorweihnachtszeit verzaubert ein Besuch dieser stimmungsvoll geschmückten Bauten beim „Advent in den Höfen“.  

Schon Wochen vorher beginnen die Vorbereitungen für dieses Weihnachts-Spektakel. Wir begleiten die Bewohner auf fünf Höfen und zeigen, wie sie mit viel Arbeit und noch mehr Liebe aus Quedlinburg ein Weihnachtswunderland machen: Mit ihrer Hilfe verwandeln sich die alten Fachwerkhöfe mit Buden, Bäumen und Lichtern zu kleinen Weihnachtsmärkten. Kunsthandwerker, die ihre Waren anbieten, werkeln wochenlang an weihnachtlichen Angeboten.

Die Idee für dieses weihnachtliche Event in Quedlinburg hatte vor über zwanzig Jahren Gabriele Vester. Sie koordiniert den „Advent in den Höfen“ und öffnet selbst ihren Angelushof an den Adventswochenenden. Eine ziemliche Doppelbelastung, die der leidenschaftlichen Gabriele Vester aber nichts ausmacht.

Katrin Riemay ist mit Leib und Seele Apothekerin und veranstaltet auf ihrem gleichnamigen Hof seit acht Jahren den „Advent in den Höfen“. Doch in diesem Jahr gibt es ein Problem: Der Hausmeister hat gekündigt und Katrin und ihre Freunde wissen nicht, wo und wie sie die zahlreichen Buden auf dem Hof aufbauen sollen.

Kerstin und Steffen Schade haben dagegen die Ruhe weg. Seit sechs Jahren wird aus ihrem Lokschuppen ein weihnachtlicher Ort mit Schnitzereien, Filzkunst und einem Glüheinstand in der Lokomotive namens „Paulchen“. Nur der nicht enden wollende Ansturm der Touristen auf die Toiletten im Lokschuppen bringt das Ehepaar und seine Freunde manchmal ins Schwitzen.

Michaela und Haiko Seiler sind beim „Advent in den Höfen“ die Neuen. Sie öffnen zum ersten Mal ihren frisch restaurierten Hof, der erst eine Woche vor Beginn des Events fertig wird. Das größte Problem hier: Die Stromversorgung. Die bricht nämlich immer wieder zusammen – und dabei sind schon die ersten Besucher auf dem Hof.

´“Pfeiffer mit drei F ist“ das Motto des gleichnamigen Hofes. Dirk Amtag und sein Freundeskreis präsentieren hier Feuerzangenbowle standesgemäß im Frack und Zylinder. Das eingespielte Team meistert den überwältigen Andrang von Besuchern auf dem Hof mit viel Spaß und Trinkfestigkeit.

Inhalt Folge 1

In zwei Wochen soll der „Advent in den Höfen“ starten. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Apothekerin Katrin Riemay hat all ihre Freunde und die Familie zusammengetrommelt. Die Verkaufsstände müssen auf ihrem Apothekerhof aufgebaut und alles weihnachtlich dekoriert werden. Doch es fehlt an einer koordinierenden Hand. Der Hausmeister, der jahrelang alles organisiert hatte, ist nicht mehr da. Und so müssen Katrin und ihre Freunde selbst ran. Chaos ist vorprogrammiert.

Gabriele Vester nimmt sich zum Dekorieren auf ihrem Angelushof mit Tochter Sofia viel Zeit. Sie hatte vor über zwanzig Jahren die Idee zum „Advent in den Höfen“ gehabt. Die gebürtige Rheinländerin hat wie jedes Jahr die Koordinierung der zwanzig Höfen übernommen – und wie jedes Jahr geht auch diesmal einiges schief. Doch das schlimmste: Gabriele Vester hat die Weihnachtsbaumbestellung für alle Höfe gemacht – doch die Lieferung lässt auf sich warten.

Auf dem Seilerhof ist noch lange nicht ans Dekorieren zu denken. Es wird noch an der Küche gebaut. Dabei soll hier in zwei Wochen gekocht und abgewaschen werden. Michaela und Haiko Seiler rackern dafür rund um die Uhr. Sie sind die Neuen im Team und nehmen mit ihrem Hof das erste Mal am „Advent in den Höfen“ teil.

Kerstin und Steffen Schade im Lokschuppen sind dagegen schon Profis. Seit sechs Jahren beteiligen sie sich an dem weihnachtlichen Event. Ihr Lokschuppen wird weihnachtlich geschmückt und Paulchen, die Lokomotive, für die Besucher startklar gemacht.

Inhalt Folge 2

Endlich kommen die 200 bestellten Weihnachtsbäume. Das Dekorieren für den „Advent in den Höfen“ kann beginnen. Einen Tag vor der großen Eröffnung erklärt Gabriele Vester den Kunsthandwerkern die Standorte für die Buden auf ihrem Angelushof. Uwe Branschke aus Wittenberg kommt mit seinem Honig und Filzsachen seit zehn Jahren nach Quedlinburg. Nach getanem Aufbau geht er zum Schlafen in seinen Bus, den er vor dem Angelushof geparkt hat. Für ihn ist das ein Abenteuer, das traditionell zum weihnachtlichen Event gehört.

Auf dem Seilerhof, bei den Neuen, regiert noch das Chaos. Ganz ohne Bedienungsanleitung wird der Aufbau einer Bude zum Eiertanz. Und dann reicht der zusätzliche Stromanschluss nicht für alle Geräte aus. Haiko Seiler muss eine Lösung finden, ansonsten bleiben Glühweinkessel und Crepè - Pfanne kalt.

Auch im Lokschuppen bauen die Kunsthandwerker ihre Stände auf. Manfred Schultz gehört mit seiner Erzgebirgs-Schnitzkunst fast schon zum Inventar. Heike Sell aus dem Mansfelder Land dagegen will zum ersten Mal ihre selbst gefärbte Wolle und Kuscheltiere im Lokschuppen anbieten. Ob sie mit ihrem Platz zufrieden sein wird, genau neben der Damentoilette?

Inhalt Folge 3

Noch zwei Stunden bis zur Eröffnung vom „Advent in den Höfen“. Haiko Seiler ist auf dem Hof bei seiner neuen Dauerbeschäftigung: Stromkabel verlegen. Die ersten neugierigen Besucher kommen schon. Haiko muss sich beeilen, damit endlich alle elektronischen Geräte auf dem Seilerhof zum Einsatz kommen können.

Auf dem Angelushof gönnt sich Gabriele Vester vor dem Ansturm der Gäste noch ein gemütliches Frühstück. Budenbetreiber Uwe Branschke, der in seinem Bus übernachtet hat, ist auch mit dabei. Die jahrelange Zusammenarbeit an den Adventswochenenden hat sie zu Freunden werden lassen.

Bevor die Hoftore für die Besucher geöffnet werden können, macht Katrin Riemay auf ihrem Apothekerhof noch eine Sicherheitsbelehrung für alle Kunsthandwerker und Verkäufer. Immerhin werden gleich hunderte von Gästen auf den Hof strömen, da muss alles gut abgesichert sein. Doch plötzlich versagt auch hier auf dem Apothekerhof der Stromanschluss.

Warteschlangen dagegen im Lokschuppen. Am Glühweinstand – aber auch vor der Damentoilette. Hofbesitzerin Kerstin Schade muss das alles koordinieren und verliert bei all dem Stress nicht ihre gute Laune.

Inhalt Folge 4

Das zweite Adventswochenende in Quedlinburg. Die Stimmung auf den Höfen ist gut. Doch dann kommen starke Regengüsse. Auf dem Seilerhof hilft man sich schnell: Eine Regenrinne und ein Schutzsegel werden von Haiko Seiler und seinen Freunden angebaut, so können Glühwein und Crepès einigermaßen im Trocknen verzehrt werden.

Im Lokschuppen dagegen schaut der Weihnachtsmann vorbei. Kunsthandwerker Manfred Schultz schlüpft ins Kostüm und verzaubert mit Sprüchen und Liedern die Besucher auf dem Hof.

Katrin Riemay hat auf ihrem Apothekerhof gut verkauft. Nun muss sie Nachschub wie Mehl, Schnaps oder Tassen nachordern. Die Apothekerin fühlt sich wohl in all dem Trubel und freut sich auf den Besuch von Frau Advent alias Gabriele Vester. Begleitet von Frau Engel, ihrer Freundin Dagmar Hoppe, spaziert die Organisatorin in weihnachtlicher Kostümierung von Hof zu Hof. Sie verteilen Sternenstaub an Besucher und Hofbetreiber und genießen den Weihnachtszauber in Quedlinburg inklusive das ein oder andere Gläschen köstlichen Glühwein.


Buch/ Regie: Jana von Rautenberg
Co-Autorin: Ulrike Licht
Kamera: Benedikt Fitzke, Thomas Koppehele
Drohne: Jörg Weimann
Schnitt: Ingo Röske
Recherche: Jochen Felthaus
Grafik: Svend Angermann
Sprecherin: Janine Strahl-Oesterreich
Aufnahmeleitung: Petula Rösler, Daniel Dietrich, Eva Zorn, Jenny Gräfe
Produktionsleitung: Sascha Beier
Produzentin: Christiane Stürenberg

Redaktion: Heike Wiesinger, MDR


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