Die Autos des Sozialismus

Während des Kalten Krieges existierte in nahezu jeder Familie im Ostblock ein lang ersehntes, heiß geliebtes, zärtlich gepflegtes, glänzend poliertes klobig-sozialistisches und umständlich zu fahrendes Auto. Eine andere Variante gab es nicht. Auf der anderen Seite war der Export dieser Autos eine nationale Priorität der meisten kommunistischen Länder, so dass viele Familien im Westen in den Genuss eines durch und durch zweckmäßigen und sehr erschwinglichen Modells eines Lada, Wartburg, Moskwitsch, Trabant, Skoda oder Zaz kamen. Ihren Besitzern boten die sozialistischen Autos realen Nutzen anstelle von Spaß. Nun ist es an der Zeit, diese alten Monster freudig wiederzubeleben, während sie gleichzeitig die Epoche spiegeln, aus der sie stammen.

Nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema und dem Sammeln unterschiedlicher Archive stellen die Autoren jetzt ihren spektakulären Film über sozialistische Autos vor. Die Kombination aus hochwertiger Dramaturgie, persönlichen Geschichten und einzigartigem Archivmaterial bietet sowohl Unterhaltung als auch Reflexion. Alles zu einem einzigen Zweck: Europa schneller und besser kennenzulernen, im Gestern wie im Heute.

"Uns interessieren die psychologischen Gründe für die Verbundenheit der Menschen mit diesen Autos, die auch heute noch besteht. Es stellt eine seltsame Form der Nostalgie dar - nicht so sehr den Sozialismus oder die Jugend, sondern eine Zeit, in der ein Fahrzeug mit den eigenen Händen und ein paar einfachen Instrumenten reparabel war. Die meisten Fahrer mussten die Eingeweide ihrer Autos kennen lernen, wenn sie einen fahrbaren Wagen haben wollten - und die Kenntnis des Inneren ihres Autos schuf eine starke Verbindung zwischen Mann und Maschine.

Wir konzentrieren uns nicht so sehr auf bestimmte Marken, noch geben wir eine detaillierte Geschichte jedes nationalen Automobilwerks und seiner Modelle wieder, sondern befassen uns mit den wichtigsten Aspekten dessen, was es bedeutet, ein Auto zu produzieren und zu besitzen: die sozialistischen Propagandaträume und die harte Lebensrealität dieses Traums; die Freiheit, die diese langsamen und klobigen Fahrzeuge ihren Besitzern vermittelten; die Autos als Instrument in der Schlacht des Kalten Krieges; Legenden und eigenhändiges Aufmotzen als Versuch, sich zumindest ein wenig von der Menge abzuheben, usw.".

Missirkov / Bogdanov, Autoren und Regisseure 


Kreative Köpfe

Boris MISSIRKOV und Georgi BOGDANOV

Boris Missirkov und Georgi Bogdanov sind international anerkannte bulgarische Kameramänner, Regisseure, bildende Künstler und Fotografen. Autoren von visuellen Kampagnen, abendfüllenden Dokumentationen, Videos und Kurzfilmen. Ideenschmieder und Gründer der Produktionsfirma AGITPROP und Mitbegründer der Bulgarischen Fotografenvereinigung. Kamermänner (DoP) der erfolgreichsten Filme von AGITPROP, darunter: "Georgi and the Butterflies" (Silver Wolf, IDFA - Amsterdam), "The Mosquito Problem and other Stories" (Cannes, Grierson Award für den besten Dokumentarfilm, BFI London), "Corridor #8" (Berlinale, Independent Ecumenical Jury Award) und "The Boy, Who Was a King" (Toronto International). DOPs der ersten bulgarischen Original-Produktionen für HBO: "Concrete Pharaohs" und "Paradise Hotel" (Golden Magnolia für Best doc; Thessaloniki Best Doc) und von "Dad Made Dirty Movies" (Visions du Reel, Schweiz, verkauft in mehr als 30 Regionen) etc. Autoren der ersten bulgarischen Original-Produktion für National Geographic "Explore Bulgaria" (5 Seasons) in 2014-2019. Regisseure von "Ladino Ladies' Club" (Koproduktion Bulgarien/USA) vorgeführt bei Best of Fests-IDFA, Warschau IFF. Regisseure von Serien und Spielfilmen "Palace for the People " (Bulgarien, Deutschland, Rumänien) Uraufführung bei Dok Leipzig 2018, Dok Buster Award Publikumsliebling; Ausstrahlung auf BBC, ARTE, MDR, SVT, NHK und vielen anderen. www.missirkovbogdanov.com


Autor, Kamera und Regie: Boris Missirkov & Georgi Bogdanov
Autor und Schnitt: Georgi Tenev
Schnitt: Emil Granicharov
Tonmischung: Momchil Bozhkov, BFSA
Ton: Veselin Zografov
Produzentin: Martichka Bozhilova
Co-Produzenten: Simone Baumann, Sascha Beier, Tina Leeb, Sigrid Jonsson Dyekjær, Miljenka Čogelja, Dana Budisavljević, Jiri Konečný

 

Eine Produktion der AGITPROP in Koproduktion mit Saxonia Entertainment, Danish Documentary Production, Hulahop, Endorfilm, in Koproduktion mit MDR in Kooperation mit ARTE, mit der Unterstützung von Creative Europe - Media Programme of the EU, Danish Film Institute, Croatian Audiovisual Centre, Czech State Cinematography Fund, Bulgarian National Film Center.

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