Unser Weizen von gestern und morgen

Der Osten - entdecke wo du lebst

Hochsaison im neuen Projekt der Saxonia Entertainment. Unser Team um Katja Herr (Regisseurin) und Matthias Müller (Kamera) ist in Sachsen-Anhalt unterwegs.

Noch bis Mitte August laufen die Dreharbeiten zu einer neuen Folge für die Sendereihe „Der Osten – Entdecke wo du lebst“. Hauptdrehort ist Gatersleben, eine kleine Gemeinde im Regenschatten des Harzes. Hier wird im Leibniz-Institut IPK am Weizen von morgen geforscht. Doch auch die Vergangenheit ist ein spannendes Kapitel in der Institutsgeschichte. Es geht um brisante Wissenschaft an der Genetik von Pflanzen in drei Systemen. – Gegründet 1943 im Dritten Reich, Neuausrichtung in der DDR und Umwandlung zu einem Leibniz-Institut nach der Wende.

Die Herausforderung des neuen Filmprojektes ist es, hochkomplexe wissenschaftliche Prozesse interessant und einfach verständlich darzustellen und den Enthusiasmus und die Leidenschaft der Forscher einzufangen. Denn interessant ist es auf jeden Fall, was man da in Gatersleben macht.

Sämtliche mitteleuropäische Kulturpflanzen stehen auf dem Plan. Es geht um die globale Frage der Welternährung für die Zukunft – Wie erreichen wir hohe Erträge unter den Bedingungen von Klimawandel wie Hitzestress und Dauertrockenheit. Wie muss Weizen oder Mais beschaffen sein, damit sie trotzdem hohe Erträge bringen. Unter welchen klimatischen Bedingungen können Kichererbsen erfolgreich bei uns gedeihen. Wie kann man Gerste noch stabiler gegen Krankheiten machen. Wieso verändern hier unter großem und teurem Aufwand Forscher Pflanzen mit gentechnischen Mittel, wenn deren Anwendung in Europa doch strengstens limitiert und größtenteils verboten ist.

Es gibt eine abgeschlossene riesige Pflanzenkulturhalle, bei der die Wissenschaftler jedes Wetter selbst einstellen können – Regen, Hitze, Kälte, Trockenheit. Es gibt Gewächshäuser, Laboratorien, Testfelder – und eine eingeschworene internationale Crew. Gatersleben ist der Hotspot für Kulturpflanzenforschung in Europa und kaum einer jenseits der wissenschaftlichen Community weiß dies.

Wir tauchen auch ein in die spannende Vergangenheit: In der der Begründer des Instituts Hans Stubbe einst in die Lehre des Mannes ging, der als Begründer der Rassentheorie der Nazis gilt. Der in der DDR gegen den wissenschaftlichen Irrglauben von Lyssenko ankämpfte, der damals behauptete, Pflanzen kann man wie Menschen erziehen. Beleuchten die Geschichte bis ins Jahr 2008, als Gegner der Gentechnik die Felder zerstörten und ein langer Gerichts-Prozess folgte.

Heute ist das Pflanzenforschungs-Institut ein komplexer Mechanismus, hinter deren Kulissen wir schauen.

Sendetermin: 15. November 2022, 21.00 Uhr MDR FERNSEHEN

 

Fotos: Katja Herr / Christian Schafmeister

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