Geschichte Mitteldeutschlands - 2016

Lenin, die Deutschen und der Zarenmord

Sendetermin: 17.07.2016, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Für den Historiker Jörg Friedrich ist klar: „Lenin ist eine der großen Geißeln des Menschengeschlechts, er trägt die persönliche Verantwortung für die Tötung von Millionen“ und der Mord an der Zarenfamilie ist die „Keimzelle“ aller dieser Verbrechen.

Zar Nikolaus II., seine Frau Alexandra, ihre Töchter Olga, Tatjana, Maria, Anastasia und der 13jährige Thronerbe Alexej werden im Sommer 1918 von einem Sonderkommando der Tscheka, der kommunistischen Geheimpolizei, getötet. Inzwischen steht fest, dass der Befehl zur Exekution der Zarenfamilie direkt von Lenin kam.

Über Lenins Motivation wird bis heute ebenso spekuliert, wie über die Rolle den die Diplomaten und Militärs des Deutschen Kaiserreichs in diesem Drama spielten. Der Historiker Jörg Baberowski stellt fest, dass Lenin und Wilhelm II. ein Ziel einte: die Destabilisierung Russlands.

Die GMD-Folge „Lenin, die Deutschen und der Zarenmord“ rekonstruiert die Ereignisse vom Sturz des Zaren im Februare 1917 bis zu der Blutnacht vom 17.Juli 1918. In Spielszenen und flankiert von Dokumenten und Archivaufnahmen zeigt der Film auf, wie Lenin und die Diplomaten des deutschen Kaisers über alle ideologischen Schranken hinweg zum gegenseitigen Nutzen kooperierten und so nicht zuletzt das tragische  Schicksal der Zarenfamilie besiegelten.


Buch/Regie: André Meier

Regie Spielszenen: Peter Pippig

Kamera: Torbjörn Karvang/ André Böhm

Schnitt: Patrick Basedow / Thomas Kleinwächter

Musik: Philipp E. Kümpel/ Andreas Moisa

Produktionsleitung: Sascha Beier

Producer: Katrin Thomas

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Martin Brambach als Lenin
Karla Trippel als Krupskaja

Länge: 45 min.

Fotos: Andreas Lander


Schalck-Golodkowski und die Pleite der DDR

Sendetermin:  24.07.2016, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Alexander Schalck-Golodkowski – in der Wendezeit und den Folgejahren nach der Wiedervereinigung in aller Munde. Doch wieso kannte man in der DDR seinen Namen nur in ausgewählten Kreisen? Wer war dieser Mann, dem nachgesagt wird, er hätte maßgeblichen Anteil daran, dass die DDR mit den horrenden Schulden im „Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet“ nicht bankrott ging? Wie war es dem obersten Devisenbeschaffer und Herrn über das KoKo- Imperium gelungen, den so wichtigen Liquiditätsstatus am internationalen Markt wieder herzustellen? Auch bei allen Erkenntnissen aus den Archiven und den Forschungen der Historiker über die Vorgänge um den Milliardenkredit von 1983 - wie war es im Alltag Anfang der 80er Jahre um Lebensmittel und Konsumgüter für die Bevölkerung bestellt? Und wie machte sich die Lage der sozialistischen Planwirtschaft im Leben der Menschen bemerkbar? Eine Spurensuche im Geflecht der Geschichte, kreisend um einen Protagonisten – Alexander Schalck-Golodkowski.


Buch/Regie: Steffen Jindra

Regie Spielszenen: Peter Pippig

Kamera: Torbjörn Karvang / Frank Menzel

Schnitt: Patrick Basedow / Stefan Mielenz

Musik: Philipp E. Kümpel/ Andreas Moisa

Produktionsleitung: Sascha Beier

Producer: Katrin Thomas

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Roland May als Alexander Schalck-Golodkowski
Christian Fischer als Josef März
Bruno F. Apitz als Dr. Heinz Volpert

Länge: 45 min

Fotos: Andreas Lander


Hitler. Ein Attentat und die Drahtzieher aus Magdeburg

Sendetermin: 31.07.2016, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Darf man Adolf Hitler töten? Muss man ihn sogar töten?  Menschenleben retten, indem man mordet? Zwei Männer aus Sachsen-Anhalt haben diese Fragen für sich mit einem klaren ja beantwortet.

Der 20. Juli 1944 , das Stauffenberg Attentat, gilt zwar als Chiffre für den militärischen Widerstand gegen Hitler. Nie waren die Verschwörer, wie die Nazi Propaganda sie nannte, näher an ihrem Ziel: Adolf Hitler zu töten und Deutschland von dem Diktator zu befreien. Doch es war nicht das erste Attentat das führende Militärs planten. Bereits ein ein halb Jahre zuvor führten zwei Männer aus Sachsen-Anhalt ein Bombenattentat auf Hitler aus: Henning von Tresckow und Fabian von Schlabrendorff.

Am 13. März 1943 soll der Führer sterben. Es ist ein Samstag – in Hitlers Terminkalender steht ein Routinebesuch an der Ostfront. Alles andere als Routine ist dieser Tag für  die beiden preußischen Offiziere. Sie sind die Köpfe hinter einem Attentat, das der Auftakt zu einem Staatsstreich sein soll. Streng geheim und in permanenter Lebensgefahr haben sie monatelang Antworten gesucht auf die am Ende alles entscheidende Frage:  Wie tötet man Adolf Hitler? Wie tötet man den am besten geschützten Massenmörder der Weltgeschichte?

Das herauszufinden ist nicht einfach: Die wichtigsten Unterlagen und Dokumente von SS, GESTAPO und Reichsicherheitsdienst wurden kurz vor Kriegsende vernichtet. Der Widerstand hielt aus Sicherheitsgründen nichts auf Papier fest.  Geschichte Mitteldeutschland hat mit führenden Wissenschaftlern und den Kindern der beiden Attentäter gesprochen sowie deren Nachlass und die wenigen Quellen die es gibt ausgewertet. So gelang es uns einen Blick hinter die offizielle Fassade der beiden Männer zu werfen und ihre Motive zu verstehen. Außerdem konnten wir die Ereignisse des Tages und die Vorbereitung minutiös rekapitulieren. Wie die beiden Offiziere aus Sachsen-Anhalt die Welt vom größten Verbrecher der Welt, Adolf Hitler, befreien wollten.


Buch/Regie: Frank Gensthaler

Regie Spielszenen: Peter Pippig

Kamera: Torbjörn Karvang / Ralf Heinze / Maxim Chomenko

Schnitt: Patrick Basedow / Maik Klinnert / Jürgen Boll

Musik: Philipp E. Kümpel/ Andreas Moisa

Produktionsleitung: Sascha Beier

Producer: Katrin Thomas

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Holger Handtke als Henning von Treskow
Andreas Berg als Fabian von Schlabrendorff

Länge: 45 min.

Fotos: Andreas Lander


Die Pest, die Angst und der Schatz von Erfurt

Sendetermin: 07.08.2016, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

Bei Sanierungsarbeiten in der Innenstadt von Erfurt wird 1998 ein bedeutender Fund gemacht – ein Schatz, wie er bis dato noch nie in Deutschland gefunden wurde: versteckt im Boden liegen über 3000 mittelalterliche Münzen, Silberbarren und mehr als 700 Einzelstücke gotischer Goldschmiedekunst. Prunkstück des Schatzes ist ein aufwendig gearbeiteter jüdischer Hochzeitsring. In dem Ring sind die Worte "Mazel Tov" in hebräischer Schrift eingraviert, Mazel Tov heißt so viel wie "Viel Glück“. Aber dem Besitzer des Ringes scheint er nicht viel Glück gebracht zu haben: Denn dieser Schatz wird mit einem brutalen Verbrechen verknüpft: am 21. März 1349 wurden in Erfurt an die 1000 Menschen jüdischen Glaubens von Aufständischen getötet. Jenes Ereignis steht im Zusammenhang mit einer Welle von Judenverfolgungen, die im 14. Jahrhundert quer durch Europa zieht und die in ihrer Brutalität erst von den Nationalsozialisten mit ihrer Vernichtungsmaschinerie übertroffen werden sollte.

Wie leben die Juden in Erfurt bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts? Wer sind die treibenden Kräfte des Pogroms, das mit der Auslöschung der Judengemeinde in Erfurt endet? Und was sind die veränderten Gegebenheiten im 14. Jahrhundert, die diese brutale Judenverfolgung in Westeuropa erst ermöglichen?

Antworten geben mittelalterliche Quellen wie Chroniken und Urkunden der Stadt Erfurt, Schuldscheine und Steuerlisten. Es existieren sogar Abschriften von Verhör-Protokollen von Männern, die an dem brutalen Aufruhr beteiligt waren. Mit Hilfe dieser Dokumente rekonstruiert der Film die Ausschreitungen. Drei Experten -  eine Kunsthistorikerin, ein Historiker und ein Sozialpsychologe – deuten die erhaltenen Quellen und decken die versteckten gesellschaftlichen Strukturen, psychologischen Motive und historischen Hintergründe auf, die zu dem brutalen Verbrecher führten.


Buch/Regie: Gabriele Rose

Kamera: Torbjörn Karvang / Jürgen Rehberg

Schnitt: Tim Sprado

Musik: Philipp E. Kümpel/ Andreas Moisa

Produktionsleitung: Sascha Beier

Producer: Katrin Thomas

Produzentin: Simone Baumann

Besetzung:
Robert Viktor Minich als Kalman von Wiehe
Sebastian Kowski als Hugo Lange
Merten Schroedter als Guntzel von Rockstedt

Länge: 45 min.

Fotos: Andreas Lander